Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt. Für Patienten mit
privater
Krankenkasse werden Krankenhaus- bzw. krankenhausvergleichbare Behandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt.
Beihilfefähig.
ORTHOSTATISCHER KOPFSCHMERZ
(Niederdruckkopfschmerz)
Bei dieser Kopfschmerzform tritt der Kopfschmerz (bevorzugt) lageabhängig auf.
Man unterscheidet 2 Gruppen:
1. Orthostatischer Kopfschmerz ohne Liquorleck (= Austritt / Verlust von Hirnwasser)
2. Orthostatischer Kopfschmerz mit Liquorleck
Zu 1: Ein orthostatischer Kopfschmerz ohne Liquorleck kommt selten vor. Als Ursache wird eine übermäßige
Dehnbarkeit der schlauchartigen Hülle des Hirnwassers im Rückenmarkkanals
angenommen. Die betroffenen Patienten klagen in der Regel über
einen diffusen und dumpfen Kopfschmerz, der sich nach Lageänderung innerhalb von
weniger als 15 Minuten verstärkt, so zum Beispiel nach dem Aufsetzen oder nach
dem Aufstehen. Manchmal wird begleitend Nackensteifigkeit beklagt. Selten treten
begleitend ein
Tinnitus (=
Ohrgeräusche),
Übelkeit, Schwindel, Hypakusis
(= Schwerhörigkeit)
oder Photophobie (= Lichtscheu bei Blendungsempfindlichkeit)
auf.
Die Kopfschmerzsymptomatik hält nicht selten jahrelang an und spricht kaum auf
die üblichen Kopfschmerzmedikamente an, so dass eine gründliche
Analgetikatestung notwendig wird.
Zu 2: Ein orthostatischer Kopfschmerz mit Liquorleck kann zwei Ursachen haben:
a) spontan
(= von selbst, unwillkürlich,
ohne äußere Ursache oder Einwirkung entstanden) oder
b) Folge einer Verletzung, dazu gehört auch die iatrogene
(= durch ärztlichen Eingriff
entstanden) Variante.
2a:
In diesem Rahmen wir der orthostatische Kopfschmerz als spontanes
Liquorunterdrucksyndrom
(SLUDS)
bezeichnet. Die Symptomatik
(= Krankheitserscheinung)
entspricht dem
Kopfschmerz unter
2b. Die Ursache ist ein Leck, meist im Halswirbelsäulenbereich oder am Übergang
zum Brustwirbelbereich lokalisiert. Nicht selten entsteht der Druckabfall des
Hirnwassers durch Einriss von Zysten
(= Gewebehohlräume).
Die Ursache für das spontane Liquorun
terdrucksyndrom ist letztlich eine verminderte Hirnwassermenge, wodurch
es zu einem verminderten Liquordruck kommt.
Es liegt ein lageabhängiger,
orthostatischer Kopfschmerz vor, der bei Einnahme einer
aufrechten Position entsteht oder verstärkt wird. Die Lokalisation im Kopf ist
meist diffus und der Schmerzcharakter wird meist mit dumpf, drückend angegeben.
Das Liquorleck kann mittels Liquorszintigraphie dargestellt werden.
Therapeutisch ist öfters ein Eigenblut-Patch hilfreich, dazu werden ein paar
Milliliter Eigenblut über dem Leck gespritzt, durch die anschließende Gerinnung
verschließt sich dann das Leck. Nicht selten entwickelt sich im weiteren Verlauf
ein chronisches Kopfschmerzsyndrom.
2b:
Ein verletzungsbedingter orthostatischer Kopfschmerz kommt relativ selten vor,
häufiger dagegen die iatrogene
(= durch ärztlichen Eingriff)
Variante schon häufiger, der daraus resultierenden Kopfschmerz wird als
postpunktioneller Kopfschmerz bezeichnet. Weitere gebräuchliche Synonyme
(= wie die Krankheit
sonst noch bezeichnet wird) sind:
Postspinaler Kopfschmerz,
postduraler Kopfschmerz,
postpunktionelles Syndrom.
Dieser orthostatische Kopfschmerz (mit Liquorleck) kann nach einer Punktion
(= Einstich, Anstich)
der Dura mater spinalis
(= Rückenmarkshaut)
bzw. des Liquorraumes
(= enthält den Liquor
cerebrospinalis, also die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit, auch als "Nervenwasser"
bezeichnet) auftreten, dabei spielt
es keine Rolle, ob die Punktion in diagnostischer (Flüssigkeitsentnahme zur
Untersuchung) oder therapeutischer (Einspritzen eines Medikaments) Absicht
erfolgte.
Der Kopfschmerz entsteht dadurch, daß sich das iatrogen
(= durch ärztliche Einwirkung
im Rahmen einer Diagnostik oder Therapie) entstandene Loch nicht
schließt und durch dieses Leck dann Nervenwasser austritt und es auf diese Weise
zu einem Unterdruck kommt, was das Gehirn mit einer Weitstellung seiner Gefäße
zu kompensieren versucht. Außerdem verursacht dieser Unterdruck eine
Hirnverlagerung nach unten, also steisswärts, wobei ein Zug auf
schmerzempfindliche Strukturen (Nerven, Gefäße, Hirnhaut) entsteht und so diesen
Kopf
schmerz provoziert.
Dieser entwickelt sich i.d.R. innerhalb von fünf Tagen. Er verstärkt sich nach
dem Aufrichten aus liegender Position innerhalb von 15 Minuten und wird nach dem
Hinlegen wieder besser. Begleitend können wie beim orthostatischen Kopfschmerz
ohne Liquorleck Tinnitus
(= Ohrgeräusche),
Hypakusis (= Schwerhörigkeit),
Photophobie (=
Lichtscheu) oder Übelkeit auftreten.
Bezüglich einer dominanten Lokalisation läßt ein postpun
ktioneller Kopfschmerz
kein einheitliches Muster erkennen. Mal geben Patienten an, der ganze Kopf würde
schmerzen, bei anderen ist eher der Hinterkopf oder auch bevorzugt die Stirn
betroffen.
In den meisten Fällen klingt ein postpunkt ioneller Kopfschmerz spontan (= von alleine) innerhalb einer Woche wieder ab.
Kausale (= ursächliche)
Therapie, falls sich das Dura-Leck nicht von selbst (wie in den meisten
Fällen) verschließt:
Epidurale Eigenblutinjektion, ein sog. blood patch. Dabei werden ca. 15 ml
Eigenblut in den dorsalen
(= rückwärtigen) Epiduralraum in Höhe der Punktion eingebracht. Kurze Zeit später
gerinnt dann das Blut und verschließt so das Leck. Die Erfolgsquote soll bei
über 80 % liegen.
In der Regel klingt der Kopfschmerz dann innerhalb von 48 Stunden nach
erfolgreichem Verschluß des Liquorlecks wieder ab.
Symptomatische
(= auf das Krankheitszeichen ausgerichtete)
Therapie:
Neben Bettruhe werden in der Literatur pro Tag 3 x 200 mg bis 4 x 300 mg Coffein
oder 3 x 350 mg Theophyllin empfohlen.
Leider gibt es aber (gar nicht so selten) Fälle, bei denen ein orthostatischer Kopfschmerz mit Liquorleck weiter anhält und so zu einem Schmerzproblem wird.
Spezielle Schmerztherapie
bei einem weiter anhaltenden Kopfschmerz:
Bei einem anhaltenden
Schmerz hat sich
die
Therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw.
Lokalanästhetika)
sehr bewährt. Dabei werden (stationär 1 bis
2 mal täglich) alle
Nerven,
die an der sensiblen Versorgung des Schmerzbereichs beteiligt sind, an ihrem
Austrittspunkt mit 1-2 ml blockiert. Zusätzlich werden, falls betroffen, die
Aurikulotemporalis-
Region
(=
Schläfenbereich)
und korrespondierende Triggerpunkte
(=
Schmerzreizpunkte)
infiltriert.
Hilfreich sind darüber hinaus engmaschig durchgeführte, wechselseitige, serielle Blockaden des Ganglion stellatum (= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich).
Besteht ein postpunkt ioneller Kopfschmerz längerfristig, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen im Rahmen der speziellen Schmerzpsychotherapie zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen, was aber ambulant kaum möglich ist, was aber ambulant kaum möglich ist, weil es nur ganz wenige niedergelassene Psychologen gibt, die eine solche Weiterbildung absolviert haben.
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).
Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)).
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